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Nachfolgend finden Sie eine Leseprobe, die Begriffserklärungen können Sie sich hier als .pdf-Datei herunterladen. Einige Infos zu Menhiren bekommen Sie hier. Zum Lesen benötigen Sie den kostenlosen Die Megalithkultur Der Begriff Megalith entstammt den griechischen Worten megas (groß) und lithos (Stein). Er bezeichnet alle von Menschenhand errichteten Steine, die für den Bau von altertümlichen Kulturdenkmälern verwendet wurden. Dies umfasst in Europa einen Zeitraum von ca. 6000 bis 2000 v. Chr. die sog. Jungsteinzeit (Neolithikum), wobei der Höhepunkt der Bautätigkeit wahrscheinlich zwischen 4500 und 2500 v. Chr. lag. Hier eine Übersicht der Zeitabschnitte: Die megalithischen Denkmäler gehören somit zu den ältesten Hinterlassenschaften unserer Vorfahren, um die sich auch heute noch viele Geheimnisse ranken und deren Bedeutung noch weitgehend ungeklärt ist. Es handelt sich hierbei aber wohlgemerkt nicht nur um eine rein europäische Angelegenheit, sondern um ein weltweites Phänomen, wenn auch die Zeiten ihrer Errichtung sowie die Architektur erheblich voneinander abweichen. Ob die Pyramiden und Tempelanlagen inÄgypten, die Terrassen von Baalbeck im Libanon, die Stufenpyramiden Mexikos, die Inkamauern in Peru, oder dieMegalith-Tempel auf Malta. Sogar in Libyen und Marokko, im Senegal und Gambia, in Syrien und Palästina. Überall errichteten Menschen Bauwerke mit gigantischen, präzise bearbeiteten Steinblöcken, die oft hunderte von Tonnen wogen. Europas Megalithen breiten sich dabei überwiegend vom Nordwesten her über Skandinavien, Dänemark, Belgien, Holland, Deutschland bis nach Frankreich und den Inseln des Mittelmeers im Südwesten aus. Dazu gehören auch Großbritannien, Schottland, Irland, oder die Shetlandinseln. Obwohl es in ganz Europa schätzungsweise an die 50.000 prähistorische Monumente gibt, ist die Bretagne in Frankreich (früher von den Kelten als Amorika (Land am Meer) bezeichnet) besonders „steinreich.“ Alleine bei Carnac, im südlichen Departement Mobihan, stehen ca. 3000 Menhire in kilometerlangen Reihen. Landesweit schätzt man etwa 4600 bis 5000 Objekte. Die Bretagne wurde nach den
bisherigen Erkenntnissen der
Archäologie zunächst etwa um
5000 v. Chr. durch sog. Jäger
und Sammler besiedelt. Durchdas Aufkommen von Landwirtschaft
und Viehzucht kam es
allmählich immer mehr zu dauerhaften
Ansiedlungen. Die nun
sesshaft gewordenen Menschen
wuchsen schließlich zu
Dorfgemeinschaften, entwickelten
handwerkliche Fähigkeiten
und schufen so die Grundlage
für die Errichtung der vielen
Monumente, die wir noch heute
bestaunen dürfen. Den Umbruch,
vom Jäger und Sammler
zur Sesshaftigkeit, nennen
die Archäologen neolithische
Revolution. Die Bautätigkeiten
nahmen an den Küstenregionen
des Atlantiks ihren Anfang, wo sich heute noch die meisten
Monumente befinden, breiteten
sich aber danach auch in andere
Regionen der Bretagne aus.
Während die Behausungen der
damaligen Bevölkerung hauptsächlich
aus Flechtwerk, Holz,
Stroh und Steinfundamenten
bestand, wurden die Megalithbauten
in der Regel aus massiven
Steinblöcken errichtet. So
entstanden Steinkreise, Steinalleen,
Steintische, sog. Hünengräber,
aber auch riesige, einzeln
stehende Menhire sowie
komplexe Hügelgräber mit zum
Teil tausenden Tonnen an verbautem
Gesteinsmaterial. Diese
außerordentlich, umfangreiche
Bauperiode erstreckte sichüber Jahrtausende und endete
erst ca. 1500 bis 800 v. Chr. Manche Bauten sind bis heute recht gut erhalten sind, während leider viele andere entweder von späteren Generationen zerstört, oder von Naturkräften wie Stürme, Blitzschlag, Erosion und Waldbrände stark in Mitleidenschaft gezogen worden, so dass mancherorts nur noch spärlicheÜberreste existieren. Zum Teil wurden sie Opfer der zunehmenden Christianisierung, da sie als heidnische Symbole galten, oder die Steine wurden als billiger Steinbruch schlicht zum Bau von Häusern, Kirchen, Straßen, Hafenanlagen und sogar zum Bau von Leuchttürmen (Phare d‘ Eckmühl) entwendet. Ein besonders trauriges Beispiel ist hier sicherlich der Bau eines Bunkers, der 1943 von der deutschen Wehrmacht kurzerhand in den bekannten Tumulus Petit Mont integriert wurde Demgegenüber wurden bis 1950 Steine des ebenso bekannten Cairns von Barnenez zum Straßenbau verwendet, diesmal allerdings von den Franzosen selbst. Auch in jüngerer Zeit musste noch so mancher Menhir dem Straßenbau oder dem Bau von Siedlungen weichen. Andere Schäden entstanden durch Schatzsucher oder Grabräuber und sogar durch den Tourismus, der durch eine zu starke Frequentierung besonders in Carnac dazu geführt hat, dass man das Gelände einzäunen musste um zu verhindern, dass die Steine ihre Standfestigkeit einbüßen. Inzwischen hat sich die dortige Heidelandschaft, auch durch die Hilfe dort angesiedelter Schafe, wieder deutlich regeneriert und es ist erfreulich zu sehen, dass hier ein Umdenken begonnen hat. Man weiß inzwischen allerdings auch, dass ein gewisser Teil der Bauwerke bereits von den Erbauern selbst zweckentfremdet wurde. So fand man z.B. gravierte Teile eines berühmten Tumulus auf der Insel Gavrinis bei dem Dolmen Table des Marchand in Morbihan wieder, und die Gravuren der Steinplatten passten perfekt zueinander. Es wurde also auch schon in der Steinzeit um und angebaut und wenn nötig Teile an anderer Stelle wieder verwendet. Heutzutage nennen wir das stolz Recycling. Von dem was heute noch er vonhalten oder wieder restauriert worden ist, und das sind nach Schätzungen nur 5% der ursprünglich vorhandenen Fundstellen, versuchen sich Ethnologen ein Bild unserer Vergangenheit zu machen. So wird angenommen, dass die Errichtung dieser Monumente in erster Linie religiösen und sozialen Zwecken gedient hat. Als Versammlungsstätten, Kultstätten, Tempel, Marktplätze oder einer Kombination von allem. Als eine zentrale Rolle im religiösen System werden die sog. Muttergottheiten betrachtet, denn bei vielen Monumenten finden sich Gravuren, die als Darstellungen einer solchen Gottheit interpretiert werden. Diese Interpretationen sind unseres Erachtens allerdings eher spekulativer Natur, denn in der Regel handelt es sich hierbei um sehr abstrakte Darstellungen, die z.B. als Brustpaare mit Halskette bezeichnet werden. Es finden sich auch Schlangenlinien oder Formen die an ein Beil, einen Dolch, ein Quadrat oder eine Axt erinnern. Menhire hingegen sollen desöfteren als Phallussymbole gedient haben, obwohl man inzwischen davon ausgeht, dass diese Praktiken erst in späterer Zeit aufkamen. Vor allem der Zweck ihrer Errichtung, ist bis zum heutigen Tag eines der größten Rätsel der Megalithkultur und manche vermuten sogar, dass sie zur Bestimmung bestimmter Sternen Konstellationen verwendet wurden. Was die sog. Hünen oder Hügelgräber betrifft, liefert uns schon die Bezeichnung„Gräber“ selbst deren vermuteten Zweck, nämlich einen ausgeprägten Totenkult. In manchen, bereits ca. 4600 v. Chr. errichteten Dolmen fand man hoch entwickelte Keramiken und Schmuckstücke aus Knochen, Bernstein oder Muscheln. Um das Jahr 3000 v. Chr. tauchten dann die ersten Kupfergegenstände auf und ab 2700 v. Chr. erschienen die ersten Keramiken in Glockenbecherform, nach denen auch die sog. Glockenbecherkultur benannt ist. Es gibt allerdings auch hier Zweifel, ob alle Anlagen ursprünglich tatsächlich diesem Zweck gedient haben, denn es wurden nicht in allen„Gräbern“ menschliche Überreste oder Gegenstände gefunden. Zudem könnten diese auch aus einer späteren Zeit stammen, denn die Bauwerke wurden vermutlich über sehr lange Zeiträume und zu ganz unterschiedlichen Zwecken genutzt. Gleiches gilt auch für die Religiöse Motivation der jeweiligen Generation, die ebenfalls Veränderungen unterworfen war. Außerdem kann man mit der, zuvor erwähnten, C-14 Methode zwar das Alter von menschlichen Überresten bestimmen, bei Steinen funktioniert das aber nicht. Andere Wissenschaftler sind
der Meinung, dass die megalithischen
Bauwerke noch ganz
anderen Zwecken, wie z.B.
astronomischen Berechnungen
gedient haben könnten, denn
sehr viele der Bauwerke sind
entweder nach den Himmelsrichtungen
oder nach der Winter
bzw. Sommersonnenwende
ausgerichtet. Die Astronomie
spielt also bei der Architektur
der Megalithen unbestritten eine
bedeutende Rolle. Bauwerke
anderer Zivilisationen rund um
den Erdball und aus dem gleichen
Zeitraum belegen zudem
ein ähnliches Interesse für
astronomische Aspekte. Ebenso
findet sich eine immer größer
werdende Gemeinde von
Esoterikern und Geomanten,
die sich für die Energien und
Mythen dieser stillen Zeitzeugen
interessieren. Sie gehen dabei
naturgemäß über die rein naturwissenschaftliche
Betrachtung
hinaus, was leider oft zu heftigen
Kontroversen führt. Eigentlich
bedauerlich, denn sicherlich
könnten hier beide Seiten voneinander profitieren, denn in
Wahrheit wissen wir nur sehr
wenig über die tatsächlichen
Beweggründe der Erbauer. Ein ähnliches Debakel kennen wir
von der Schulmedizin und der
Homöopathie, obwohl in diesem
Fall zum Glück eine Annäherung
zu spüren ist. Ein anderer
Streitpunkt, der die Gelehrten
sicherlich noch länger beschäftigen
wird, ist außerdem
das Thema Völkerwanderungen.
Funde aus Kupfer und
Zinn lassen z.B. vermuten, dass
es zumindest in der Bronzezeit
regelmäßige Beziehungen zwischen |